BODENTYPEN.de

Aktuell:

Der Inhaber der Webseite BODENTYPEN.de hat gewechselt. Sie wird nun vom Bodenwissenschaftlichen Ehemaligenverein Osnabrück e.V. inhaltlich sowie technisch betreut.

 

Erhebliche Erosionsschäden auf Ackerböden durch Starkregen im Raum Osnabrück

In der Regel ist das Wetter in Norddeutschland wenig auffällig, mäßige Temperaturen, öfter mal ein wenig Niederschlag und mäßige Windgeschwindigkeiten, zumindest im Binnenland. Doch kommt es zu solch extrem heftigen Niederschlägen wie es am 16. und 17.08.2015 im Raum Osnabrück/Buer der Fall war, so bleiben starke Erosionsschäden auf Ackerböden ohne Pflanzenbewuchs in Hanglage nicht aus. Durch derartige Ereignisse werden innerhalb sehr kurzer Zeit Tonnen wertvollen und fruchtbaren Bodens, insbesondere humusreicher Oberboden von den Äckern gespült. Nachfolgende Bilderreihe dokumentiert die Ausmaße dieser Erosionsschäden.

Erosion findet nicht auf allen Äckern bzw. landwirtschaftlichen Flächen statt. Hierzu müssen einige Faktoren zusammenwirken. Einerseits sind es natürlich die heftigen Niederschläge, dessen Folge ein starker Oberflächenabfluss ist. Sind die Böden nicht in der Lage ausreichend Niederschlagswasser in einer gewissen Zeitspanne zu infiltrieren so fließt das Wasser oberflächlich ab und trägt Bodenpartikel mit sich. Starke Bodenverdichtung, ein geringer Humusgehalt und ein hoher Tongehalt des Bodens lassen nahezu keine Versickerung zu. Je höher der Abfluss bzw. die Fließgeschwindigkeit ist, desto stärker ist der Bodenabtrag. Die Fließgeschwindigkeit hängt wiederum vom Gefälle des Ackers ab. Je stärker die Fläche geneigt ist, desto höher ist die Fließgeschwindigkeit des Oberflächenabflusses. Doch manchmal kann ein Boden trotz guten Porenvolumens nicht ausreichend Wasser infiltrieren und es kommt aufgrund der anderen Faktoren trotzdem zu einem sehr hohen Oberflächenabfluss und zu starker Erosion. Dies kann zur Folge haben, dass sich manchmal kleinwagengroße Löcher in den Ackerboden spülen.

Erosionsrinne im Raum Osnabrück, so groß wie ein Kleinwagen
Erosionsrinne so groß wie ein Kleinwagen

Doch was kann der Landwirt dagegen machen? Letzten Endes ist ein Landwirt bei zu heftigen Niederschlägen eigentlich machtlos. Hinzu kommt, dass er seine Flächen am Hang nicht einfach gegen ebene Flächen eintauschen kann. Die Bodenart (Körnung) kann er auch nicht ändern. Doch kann er seine Flächen durch kleine Maßnahmen besser schützen. Eine Maßnahme kann dabei sein, dass quer zum Hang gepflügt wird. Dies reduziert die Fahrspuren längs zum Hang und damit die Fließgeschwindigkeit des Oberflächenabflusses schon deutlich. Problematik hierbei ist das Vorgewende in dem nicht quer zum Hang gepflügt werden kann, denn irgendwo muss auf dem Acker gewendet werden. Aber immerhin bewirkt diese Maßnahme eine Reduzierung der Erosionsgefährdung.

Zusätzlich kann der Landwirt dafür sorgen, dass die Flächen viele Tage im Jahr begrünt bzw. bewachsen sind. Im Sommer ist dies die Hauptfrucht die für Begrünung sorgt, im Winter und Frühjahr können Zwischenfrüchte diese Aufgabe übernehmen. Dennoch gibt es Zeiten zwischen der Ernte und des Aufgangs der Folgefrucht in denen die Fläche nicht begrünt ist und Erosion greifen kann. Mais z.B. erreicht erst im Juni eine Höhe, ab der er die Fläche vor Erosion schützen kann. Andere Früchte wie z.B. Winterrogen oder Winterweizen bedecken den Boden bereits früher im Jahr. Die nach der Ernte angefallene Streu (z.B. Stroh oder Maisstoppel) könnte ebenfalls auf den Flächen belassen und nicht eingearbeitet werden. Dies bedeckt den Boden ohne die Mineralisierung anzuregen und damit die Nitratproblematik zu verschärfen und der Humusgehalt kann so auch angehoben werden.

Bodenverdichtungen können sich ebenfalls effektiver reduzieren lassen. Durch einen angepassten Reifendruck bei einem hohen Fahrzeuggewicht und hoher Bodenfeuchte wird das Gewicht besser verteilt und der Boden weniger stark verdichtet.

 

Jahr des Bodens

Die Vereinten Nationen (UN) haben das Jahr 2015 zum „Jahr-des-Bodens“ ausgerufen. Hierdurch soll das öffentliche Bewusstsein für das Thema Bodenschutz erhöht werden. Insbesondere der Verlust an fruchtbaren Ackerböden, welche für die Ernährung der Menscheit sorgen, steht dabei im Vordergrund. BODENTYPEN.de trägt mit seinem Informationsgehalt und den Leistungen  zu einem besseren Verständnis und damit zu einem erhöhten Schutz der Böden bei…

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Jeder Bodentyp erzählt hier seine Geschichte,  man muss nur zuhören…

Abteilung Terrestrische Böden

Klasse F: O/C- Böden –> Felshumusboden | Skeletthumusboden

Klasse O: Terrestrische Rohböden –> Syrosem | Lockersyrosem

Klasse R: Ah/C- Böden –> Ranker | Regosol |Rendzina | Pararendzina

Klasse T: Schwarzerden –>Tschernosem |Kalktschernosem

Klasse D: Pelosole –> Pelosol

Klasse B: Braunerden –> Braunerde

Klasse L: Lessivés –> Parabraunerde | Fahlerde

Klasse P: Podsole –> Podsol

Klasse C: Terrae calcis –> Terra fusca | Terra rossa

Klasse V: Fersiallitische und ferrallitische Paläoböden –> Fersiallit | Ferrallit

Klasse S: Stauwasserböden –> Pseudogley | Haftpseudogley | Stagnogley

Klasse X: Reduktosole –> Reduktosol

Klasse Y: Terrestrische Anthropogene Böden –> Kolluvisol | Plaggenesch | Hortisol

|Rigosol | Treposol

Abteilung Semiterrestrische Böden

Klasse A: Auenböden –> Rambla | Paternia | Kalkpaternia | Tschernitza | Vega

Klasse G: Gleye –> Gley | Nassgley | Anmoorgley | Moorgley

Klasse M: Marschen –> Rohmarsch | KalkmarschKleimarsch | Haftnässemarsch |

Dwogmarsch | Knickmarsch | Organomarsch

Klasse Ü: Strandböden –> Strand

Abteilung Semisubhydrische und Subhydrische Böden

Klasse I: Semisubhydrische Böden –> Nassstrand | Watt

Klasse J: Subhydrische Böden–> ProtopedonGyttja | Sapropel | Dy

Abteilung Moore

Klasse H: Naturnahe Moore –>  Niedermoor | Hochmoor

Klasse K: Erd- und Mulmmoore –> Erdniedermoor, basenreich |

Mulmniedermoor | Erdhochmoor

Die Natur lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. Bodenbildende Prozesse und Faktoren wirken immer gleichzeitig und in unterschiedlicher Stärke, fließende Übergangsbodentypen bilden sich aus. Gemäß ihrer Eigenschaften werden Bodentypen daher noch in Bodensubtypen und Varietäten untergliedert. Dies ist der Grund, weshalb in manchen Klassen nur ein Bodentyp, dieser aber mit mehreren Bodensubtypen vertreten ist. Sie sind in der KA5 nachzuschlagen.

KA5: AdHocAG Boden (2005): Bodenkundliche Kartieranleitung. 5., verbesserte und erweiterte Auflage. Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Geologischen Diensten der Bundesrepublik Deutschland [Hrsg.]. Schweizerbart`sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart.