Erdhochmoor

Abteilung Moore

Klasse Erd- und Mulmmoore

 

Bodentyp: Erdhochmoor

Ein Erdhochmoor unterscheidet sich vom Erdniedermoor durch die Torfart, die der Vererdung zu Grunde liegt. Ein Hochmoortorf hat sich über sehr lange Zeiträume aus Torfmoosen (Sphagnen) entwickelt, die durch Niederschläge mit Wasser versorgt wurden. Der Torf ist sehr locker gepackt, der pH-Wert und Nährstoffhaushalt sehr niedrig. Wird ein Hochmoorstandort entwässert, sterben die Torfmoose sehr rasch ab und trocknen aus. Eine Wiederbenetzung ist beinahe unmöglich da die Zellen in sich zusammengefallen sind, diese sogenannte Puffigkeit ist sehr stark erhöht. Der Prozess der Vererdung dauert deshalb sehr lange. Man kennt diesen Effekt aus stark ausgetrockneten Blumentöpfen, die mit Torferde befüllt sind und das Wasser abperlt, zwei Tropfen Spülmittel pro Gießkanne helfen hier weiter. Es gibt zum Glück aber auch Blumenerde ohne Hochmoortorf.

Aufgrund des sehr geringen Nährstoffgehaltes von Hochmoortorf werden bei einer (sehr langsamen) Mineralisierung nicht die Mengen an Nährstoffen freigesetzt, wie es bei einem Erdniedermoor der Fall ist. Erdhochmoore können nur durch starke Entwässerung und damit einhergehende Sackung sowie Schrumpfung nutzbar gemacht werden. Doch ist der Hochmoortorf frühzeitig abgebaut und in der Vergangenheit als Brennstoff oder Grundstoff von Gartenerde verwendet worden. Anschließend wurde tiefgepflügt und der Boden schräggestellt, die Treposole entstanden. Bis 1906 war es auch erlaubt, das entwässerte Moor abzubrennen (Moorbrandkultur). Die zurückbleibende Asche schützte geringfügig vor Puffigkeit und brachte wenige Nährstoffe.

Horizontabfolge (nach KA5): hHv/hHw/(hHr)/(IIuHr/)(II,IIInHr)(…fF/)…

WRB-Klassifikation: Histosol