Haftpseudogley

Abteilung Terrestrische Böden

Klasse Stauwasserböden

 

Bodentyp: Haftpseudogley

Der Haftpseudogley oder auch Haftnässepseudogley ist ein Bodentyp, der wie der Pseudogley nur scheinbar grundwasserbeeinflusst ist. Seine Eigenschaften entwickeln sich bei stark Schluff-, Ton- oder Feinstsandreichen Bodenausgangsgesteinen und ausreichend Feuchtigkeit bzw. Nässe. Die hohen Anteile an den feinen Bodenarten Schluff, Ton oder Feinstsand über das gesamte Profil sind der Grund für überwiegend sehr kleine Hohlräume zwischen den Bodenpartikeln, den Feinporen. Mittel- oder sogar Grobporen sind hier nur untergeordnet vertreten. Die Feinporen sind zudem beinahe ganzjährig mit Wasser gefüllt, dem sogenannten Haftwasser, weshalb der Boden sehr Luft- und damit Sauerstoffarm ist. Die Kapillar- und Adsorptionskräfte  binden das Wasser an und zwischen den Bodenpartikeln so stark, dass eine Nachlieferung über beispielsweise den Kapillarhub an eine ausgetrocknete Oberfläche nur sehr selten möglich ist und das Profil stets sehr feucht bleibt. Besonders lange Nassphasen sind zwangsläufig notwendig.

Der gesamte Bodenkörper staut die durch Niederschläge eingebrachte Nässe auf. Eine Unterteilung in eine Stausohle und Stauzone ist nicht möglich, weshalb er sich vom regulären Pseudogley oder Stagnogley unterscheidet.

Horizontabfolge (nach KA5): Ah/Sg

WRB-Klassifikation: Gleysol, Albeluvisol, Luvisol, Lixisol, Cambisol