Hintergrundwerte in Böden

Hintergrundwerte anorganischer Spurenstoffe in Böden Deutschlands

Was sind Hintergrundwerte?

Der Stoffbestand des Bodens ausgehend vom natürlichen Ausgangsgestein und der Umverteilung der Stoffe innerhalb des Standortes im Zuge der Bodenentwicklung (z. B. Stoffverlagerungsprozesse) wird als geogener Grundgehalt bezeichnet.

Aus verschiedensten Quellen (Industrie, Straßenverkehr, natürliche Quellen, etc.) und über unterschiedlichste Wege (meist über die Luft) eingetragene Mengen eines Stoffes auf den Boden werden als diffus-ubiquitäre Quellen bezeichnet.

Hintergrundwerte im Boden geben den reellen Ist-Bestand eines Bodens gegenüber einem bestimmten Stoff bzw. Element an. Diese werden aus dem geogenen Grundgehalt und den diffus-ubiquitär eingetragenen Mengen gebildet und sind statistisch abgesichert.

Hintergrundwerte sagen aus, welcher Boden unter natürlichen Umständen welche Mengen eines Stoffes enthält. Kennt man diese Menge, dann können zusätzliche Kontaminationen schnell entdeckt werden auch wenn keine gesetzlichen Grenzwerte für diesen Stoff vorliegen. Darüber hinaus bilden Hintergrundwerte die Grundlage für die Ableitung von Vorsorgewerten des Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV).

Welche Nutzungsarten müssen bei Hintergrundwerten berücksichtigt werden?

Zusätzlich zum Bodenausgangsgestein haben die Landnutzung und die Vegetation einen erheblichen Einfluss auf den Stoffbestand des Bodens. Ackerbaulich genutzte Standorte werden regelmäßig bearbeitet und gedüngt während der Boden bei Grünländern in der Regel nicht bearbeitet und nicht gedüngt wird. Bäume kämmen durch ihre große Blattoberfläche vermehrt Stäube aus der Luft, die durch Niederschläge in den Boden gelangen und die Stoffgehalte im Boden erhöht werden können.

Generell wird zwischen Oberboden, Unterboden und Untergrund unterschieden, da sich diese Tiefenbereiche auch meist signifikant voneinander unterscheiden. Auf Ackerstandorten wird der Oberboden bis zu einer Tiefe von 30 cm gezählt. Auf Grünland und Waldstandorten reicht der Oberboden nur bis zu einer Tiefe von 10 cm was in erster Linie mit der Bodenbearbeitung zusammenhängt. Die Pflugtiefe auf Ackerstandorten beträgt in der Regel 30 cm.

Der Untergrund wird jeweils durch die C-Horizonte gebildet. Dieser wird im Gegensatz zum Oberboden unter Unterboden nicht nach Nutzungen differenziert, da das Ausgangsgestein hier wesentlich stärkeren Einfluss hat und die Nutzung in den Hintergrund tritt.

 

Welche Bodenausgangsgesteine werden bei den Hintergrundwerten differenziert?

Da jedes Gestein eine andere Mineralzusammensetzung bzw. ein andere Entstehung aufweist unterscheiden sich demnach auch die Stoffgehalte im Boden voneinander. Momentan liegen für insgesamt 15 Gruppen von Bodenausgangsgesteinen Hintergrundwerte vor:

Sedimente im Gezeitenbereich, Auenablagerungen, Terrassenablagerungen, Sande, Geschiebemergel- und Lehme mit sandiger Deckschicht, Lösse, Sandlöss, Carbonatgesteine, Tongesteine, Silikatgesteine und Sandsteine, Basische Magmatite und Metamorphite, Bimstuff, Saure Magmatite und Metamorphite, Moore

 

Für welche Elemente liegen Hintergrundwerte vor?

Als anorganische Spurenstoffe werden Elemente bezeichnet, die in relativ geringen Mengen (in Spuren) im Boden vorliegen. Für folgende Erdalkali- und Halbmetalle sowie Übergangs- und Schwermetalle liegen deutschlandweit Hintergrundwerte vor:

Antimon (Sb), Arsen (As), Beryllium (Be), Blei (Pb), Cadmium (Cd), Chrom (Cr), Kobalt (Co), Kupfer (Cu), Molybdän (Mo), Nickel (Ni), Quecksilber (Hg), Selen (Se), Thallium (Tl), Uran (U), Vanadium (V), Zink (Zn)

 

Wo kann ich Hintergrundwerte nachlesen?

Hintergrundwerte liegen einerseits im deutschlandweiten Maßstab vor. Auf dieser Ebene wurden sie von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO) im Jahr 2003 und von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) im Jahr 2008 veröffentlicht. Hier wurde auch das grundlegende Konzept zur Ableitung von Hintergrundwerten erarbeitet. In dem Bericht der LABO sind die Hintergrundwerte bereits nach Bundesländern gegliedert. Die BGR gliederte die Hintergrundwerte primär nach Bodenausgangsgesteinen.

In einigen Bundesländern wurden ebenfalls Hintergrundwerte abgeleitet. Dies macht insofern Sinn, da auf einer kleineren Maßstabsebene die Gesteine differenzierter und somit die Hintergrundwerte in einer besseren Auflösung dargestellt werden können. Außerdem können so spezifische Gesteine mit besonders hohen oder niedrigen Gehalten berücksichtig werden. Teilweise wurde das Konzept etwas abgewandelt.

Externe Links zu Hintergrundwerten und weitere Informationen:

Bundesebene

LABO Hintergrundwerte

BGR Hintergrundwerte Aktuelles Projekt

Landesebene

Baden-Württemberg

Bayern

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Sachsen

Schleswig-Holstein