Kleimarsch

Abteilung Semiterrestrische Böden

Klasse Marschen

 

Bodentyp: Kleimarsch

Der Bodentyp Kleimarsch ist gegenüber anderen Bodentypen ein relativ junger Bodentyp von ca. 500 Jahren. Durch marine Ablagerungen des Wattenmeeres entstanden, hat sich der Standort über die Rohmarsch und die Kalkmarsch zur Kleimarsch entwickelt. Während die Kalkmarsch im gesamten Profil beim Salzsäuretest noch aufbraust, ist die Kleimarsch in den oberen 40 cm praktisch kalkfrei. Über eine Zeit von ca. 200 Jahren reagiert im Boden entstandene schweflige Säure (H2SO3) und Schwefelsäure (H2SO4) mit dem vorhandenen Kalk. Auswaschung trägt weiter zur Entkalkung bei. Kleimarschen sind nicht unmittelbar am Rand des Wattenmeeres zu finden sondern liegen meist schon hinter dem Landesschutzdeich im Landesinneren. Durch Verschiebung des Gleichgewichts von Säurewirkung und Kalkpuffer zugunsten der Säure, setzt allmählich stärkere Versauerung, Verbraunung und Tonverlagerung ein, der Boden entwickelt sich weiter. Der Tongehalt ist durch die Tonmineralneubildung erhöht. Regenwürmer sorgen für eine intensive Durchmischung des Substrates. Auf Kleimarschen kann Ackerbau betrieben werden wobei die Fruchtbarkeit durch den Kalkverlust gegenüber der Kalkmarsch reduziert ist. Die Kleimarsch entwickelt sich i. d. R. weiter zur Knickmarsch.

Horizontabfolge (nach KA5): Ah/Go/(z)(e)Gr

WRB-Klassifikation: Gleysol

Kleimarsch

Brackkleimarsch

tbGo-Ah: 0-26 cm

tbGo: 27-48 cm

etbGro: 49-100 cm