Niedermoor

Abteilung Moore

Klasse Naturnahe Moore

 

Bodentyp: Niedermoor

Sauerstoffverfügbarkeit bestimmt die mikrobielle Aktivität beim Abbau von organischer Substanz. Durch Sauerstoffmangel ist diese herabgesetzt. Die Sauerstoffverfügbarkeit wird über den Wasserhaushalt geregelt. Je nasser ein Standort ist, desto weniger Sauerstoff steht den Bodenorganismen zur Verfügung. Niedermoore entwickeln sich daher auf stark vernässten Standorten wie Mulden oder aus der Verlandung von Seen. Der Grundwasserspiegel liegt zumindest oberhalb der Geländeoberfläche.

Wenn die Zufuhr von Pflanzenstreu, abgestorbenen Pflanzen, Wurzelresten und anderer organischer Substanz gegenüber dessen Abbau überwiegt, entsteht auf Dauer Torf. Ist dies sogar über mehrere Jahrhunderte bzw. Jahrtausende der Fall, wächst der Torf zu einem Niedermoor heran welches mehrere Meter Mächtigkeit erreichen kann. Je stärker Pflanzenreste und Fasern noch erkennbar sind, desto geringer ist der Torf zersetzt. Ist das Grundwasser kalkhaltig handelt es sich um ein Kalkniedermoor. Naturnahe und ungenutzte Niedermoore sind aufgrund der Akkumulation der organischen Substanz, die zu mehr als 50% aus Kohlenstoff besteht sehr gute Kohlenstoffsenken und tragen zum Klimaschutz bei. Niedermoore sind im Gegensatz zu den Hochmooren begehbar, dichter gelagert, haben einen höheren pH-Wert und haben einen geringeren Feststoffgehalt. Für die Definition ist allerdings wichtig, ob es aus Grund- bzw. Überflutungswasser oder durch Niederschlagswasser gespeist wird.

Wenn man feststellen möchte, ob sich unter seinen Füßen ein Niedermoor befindet (im Hochmoor würde man einsinken) muss man aus dem Stand hoch springen. Federt bzw. schwingt der Boden nach der Landung spürbar nach handelt es sich höchstwahrscheinlich um ein Niedermoor. Diese Schwingungen spüren dann auch Personen in einigen Metern Entfernung.

Horizontabfolge (nach KA5): nHw/nHr/IIfFr/…

WRB-Klassifikation: Histosol

442_Niedermoor_bear

Niedermoor

nHv: 0-28 cm

nHw: 29-100+ cm