Plaggenesch

Abteilung Terrestrische Böden

Klasse Terrestrische anthropogene Böden

 

Bodentyp: Plaggenesch

Der Plaggenesch ist ein durch Menschenhand entwickelter Boden, der durch jahrhundertelang betriebene Plaggenwirtschaft entstanden ist. Daher leitet sich auch der Name ab. Zu finden ist der Plaggenesch in Dorfnähe bzw. in der Nähe alter landwirtschaftlicher Siedlungen im Norddeutschen Raum. Dies hängt eng mit seiner Entstehung zusammen.

Landwirtschaftlich unfruchtbare Böden der Vergangenheit, meist Sandböden, wurden durch das Aufbringen von Plaggen mit organischer Substanz, Nährstoffen und vor allem Phosphor durch tierischen Dung angereichert. Rasen- oder Heideplaggen (ausgestochene Stücke Grasland oder Heide) wurden als Einstreu in den Tierstall gebracht, mit tierischen Exkrementen angereichet und anschließend kompostiert. Dieses Material wurde mühsam auf die Felder gebracht, welche in Stallnähe lagen. Im Laufe der Zeit wuchs auch die Bodensubstanz an und es entstanden die typischen Wölbäcker, erkennbar durch erhöhte Strukturen in der Flur, der Eschkante. Ein Plaggenesch kann heute Horizonte mit erhöhter organischer Substanz bis zu einem Meter erreichen. Dieser Bodentyp wächst pro Jahrzehnt ungefähr 1 cm. Um einen 80 cm mächtigen, humusreichen und sehr fruchtbaren Boden zu erzeugen, mussten sich Generationen von Landwirten über ca. 800 Jahre „abplacken“. Schade, wenn diese Böden in wenigen Jahren einer Neubausiedlung zum Opfer fallen, wie der unten abgebildete in Haselünne/OT Eltern.

Horizontabfolge (nach KA5): Ah/E/II…

WRB-Klassifikation: Plaggic oder Hortic Anthrosol