Podsol

Abteilung Terrestrische Böden

Klasse Podsole

 

Bodentyp: Podsol

Der Name Podsol stammt aus dem russischen Sprachgebrauch und bedeutet übersetzt „Ascheboden“. Er trägt diesem Namen aufgrund eines markanten Horizontes (Ae), der wegen der lang andauernden Humusauswaschung teils aschgrau gefärbt ist. Er ist der norddeutschen Tiefebene (Sande) sehr weit verbreitet. Außerdem kann er sich auch auf sauer verwitternden und nährstoffarmen Festgesteinen entwickeln (teils im Harz)

 

Zunächst müssen vier Voraussetzungen gegeben sein, damit sich ein Podsol entwickeln kann:

1. Quarzreiche, nährstoffarme und vor allem kalkfreie Ausgangsgesteine (ohne Ca bzw. Mg)

2. Hohe und gleichmäßig fallende Niederschläge (600 – 700 mm /a)

3. Ausgeprägt ozeanisch (maritimes) kühl gemäßigtes und feuchtes Klima (kühle Somme, milde Winter)

4. Sauerhumusbildende Vegetation, z.B. Heide oder Nadelwälder

 

Horizontabfolge [nach KA5]: Ap/Ae/Bh/Bs/Cv/C

 

Ablauf:

Der Standort weist niedrige pH-Werte wegen fehlenden Kalks und Nährstoffen auf. Hinzu kommt die Sauerhumus bildende Vegetation, die mit ihrer Streu zusätzlich den pH-Wert absenkt. Es überwiegt die Humifikation, da die Lebensbedingungen für Actinomyceten günstiger sind, als für andere Mikroorganismen. Sie produzieren durch die Verarbeitung der organischen Substanz vorwiegend Fulvosäuren, die relativ kurzkettig und reaktionsfreudig sind, hauptsächlich mit Sesquioxiden. Zusätzlich sind sie sehr beweglich und werden wegen dieser Eigenschaft schnell durch das Sickerwasser in tiefere Schichten verlagert. Es kommt zur Humusauswaschung im oberen Bodenbereich (Ae-Horizont).

Durch Änderungen des pH-Werts (z.B. von 3,5 auf 4) fallen nun die Fulvosäuren wieder aus. Dies führt zur Bildung des ebenfalls charakteristischen Bh-Horizontes, welcher sehr dunkel gefärbt und meist sehr geringmächtig ist. Die an die Fulvosäuren gebundenen Sesquioxide fallen ebenfalls aus, sind aber ein wenig mobiler als die Huminstoffe. Hierdurch wird der meist rötlich gefärbte (bedingt durch die Fe-Ausfällung) Bs-Horizont gebildet, der sich direkt unterhalb des Bh-Horizontes befindet. Bei sehr hohen Eisengehalten kann sich hier sogar Ortstein ausbilden.

 

Horizontabfolge eines Podsols aus Feinsand:

Ap, 0-30 cm: Landwirtschaftlich geprägter (p von Pflug) Oberbodenhorizont (A), Bodenart Feinsand, Humusgehalt 4-<8 Vol.-%, Skelettgehalt (Steinanteil) 1 Vol.-%., carbonatfrei.

Ahe+Bh+Bs, 31-54 cm: Verzahnungshorizont (+) von teilweise ausgewaschem Oberboden (graue Bereiche, Ahe), humosem Unterboden (dunkle Flecken, Bh) und sesquioxidangereichertem (Fe-, Mn-, Aluminiumoxide) Unterboden (rötlich-gelbe Flecken, Bs). Humusgehalt 1-<2 Vol.-%., Bodenart Feinsand,  Skelettgehalt 0 Vol.-%., carbonatfrei.

Bbsv+Bhs: 55-85 cm: Verzahnungshorizont von gebändertem, sesquioxidangereichertem und verwittertem Unterboden (Bbsv) und der dunklen, tieferreichenden Zunge (Bhs). Skelettanteil 0 Vol.-%., carbonatfrei.

Cbv, 86-100 cm: Verwittertes und gebändertes Ausgangsmaterial (Feinsand).

Die Humusbänder bilden sich ebenfalls durch Änderungen des pH-Werts aus. Hier fällt die gelöste und durch Sickerwasser transportierte organische Substanz wieder aus.

Braunerde-Podsol

Braunerde-Podsol

Horizontabfolge:

0-30 cm: Ap

31-54 cm: Ahe+Bh+Bs

55-85 cm: Bbsv+Bhs

86-100 cm: Cbv