Pseudogley

Abteilung Terrestrische Böden

Klasse Stauwasserböden

Verbreitung des Pseudogley in Deutschland
Pseudogley in Deutschland

Download Verbreitung des Pseudogley in Deutschland (PDF)

Bodentyp: Pseudogley

Pseudogleye sind oft die Fortentwicklung von Parabraunerden und Fahlerden und räumlich mit ihnen vergesellschaftet. Die Tonanreicherung im Unterboden kann die weitere Versickerung von Niederschlagswasser so stark hemmen, dass das Wasser hier für einige Zeit aufgestaut wird. Die scheinbaren (Pseudo) grundwasserbeeinflussten Böden (Gleye) sind zwar durch das Wassers geprägt (Hydromorphe Eigenschaften), aber eben nicht durch das Grundwasser. Der Unterschied liegt darin, dass Gleye gegenüber den Pseudogleyen stets vernässt sind und Pseudogleye eben nur zeitweilig, wenn auch mal etwas länger. Dies äußert sich in der Ausprägung der Hydromorphen Eigenschaften. Im Sd-Horizont des Pseudogleyes sind Rostflecken neben gebleichten Flecken zu finden, in Gleyen finden sich Rost- und Manganflecken oberhalb der gebleichten Zone (Gor über Gr-Horizont).  Rost- und Manganflecken entstehen unter Sauerstoffzutritt, also oxidativen Bedingungen. Die graugebleichten Zonen zeigen reduzierende Bedingungen, d. h. sie stehen unter Sauerstoffmangel. Fe3+-Ionen werden hier zu Fe++-Ionen und Mn4+ zu Mn++ reduziert. Durch das Fehlen der Rost- und Manganfärbung durch ihre Oxidation in einigen Bereichen tritt hier die ursprüngliche Farbe des Bodenausgangsgesteines stärker hervor.

Wenn man aus dem Sd-Horizont ein Aggregat herauslöst und es auseiander bricht, dann sollte das Innere eine eher rostig-gelbe, vlt. leicht rötliche Farbe aufweisen. Ist dies umgekehrt, also das Innere des Aggregates gräulich, dann hat man höchstwahrscheinlich einen Gley vor sich.

Horizontabfolge (nach KA5): Ah/Sw/Sd

WRB-Klassifikation: Luvisol

Pseudogley

Pseudogley

Ap: 0-31 cm

rAp: 32-40

ISw: 41-66/71 cm

IISd: 66/71-100+ cm