Reduktosol

Abteilung Terrestrische Böden

Klasse Reduktosole

 

Bodentyp: Reduktosol

Der Reduktosol ist ein Bodentyp, der durch extremen Sauerstoffmangel, bzw. Sauerstoffabwesenheit geprägt ist. Sein Name leitet sich von den starken reduzierenden Eigenschaften ab, die sich unter Sauerstoffabschluss ausbilden. Zwar zeigen auch die Pseudogleye, Gleye, Wattböden und Marschen reduzierte Merkmale wie z. B. Graufärbung und Geruch nach Schwefelwasserstoff sowie teilweise Methanbildung, sie unterschieden sich jedoch dadurch, dass sich ihre Eigenschaften unter natürlicher Wassersättigung eingestellt haben (Hydromorphie).

Damit sich ein Reduktosol entwickeln kann muss ein hoher Anteil leicht und schnell zersetzbarer organischer Substanz bzw. generell ein hoher Kohlenstoffanteil vorhanden sein. Dieser stammt entweder aus anthropogen abgelagerten Substraten wie z. B. Klärschlämmen oder Hafenschlämmen oder aus eingebrachten Mineralölkohlenwasserstoffen etc. In Schlämmen sind die Bodenarten zudem sehr feinkörnig und haben einen hohen Anteil an Feinporen die schnell wassergesättigt sind. Beides führt zu rascher Sauerstoffzehrung im Boden. Unter Sauerstoffabschluss (anaerob) lebende Mikroorganismen übernehmen den Abbau der organischen Substanz bzw. die Aufspaltung der langen Kohlenwasserstoffketten der Mineralöle. Dabei sind sie in der Lage Energie aus dem Umbau von chemischen Verbindungen wie Kohlendioxid Sulfat zu gewinnen produzieren so Methan bzw. Schwefelwasserstoff. Solche streng reduzierten Verhältnisse werden durch den Y-Horizont beschrieben.

Horizontabfolge (nach KA5): A/Y

WRB-Klassifikation: Technosol