Tschernosem

Abteilung Terrestrische Böden

Klasse Schwarzerden

 

Bodentyp: Tschernosem

Der Name Tschernosem leitet sich aus dem Russischen ab (Chernozjom = Schwarzerde). Dieser Bodentyp weist einen humosen Oberboden auf, der mindestens 4 dm mächtig und eben sehr dunkel gefärbt ist. Der diagnostische Horizont ist der Axh-Horizont. Damit dieser Bodentyp entstehen kann, müssen insgesamt 4 Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Kontinentales Klima: Heiße trockene Sommer, kurzer Herbst, sehr kalter langer Winter, kurzes Frühjahr. Die Zeiten, in denen die Streu mineralisiert werden kann, sind sehr kurz und diese reichert sich als organische Substanz im Oberboden an. Im Sommer fehlt das Wasser für optimale Lebensbedingungen der Mikroorganismen und im Winter ist die Temperatur zu niedrig.

2. Leicht zersetzbare Streu: Um den Boden mit feiner organischer Substanz anzureichern, bedarf es leicht zersetzbaren Streu die sehr eiweißreich ist und wenig abbauhemmende Stoffe. Nur so ist es möglich, die Streu in den kurzen verbleibenden Zeiträumen (Herbst und Frühjahr) zu zerkleinern. Die mikrobielle Weiterverarbeitung ist durch die klimatischen Bedingungen gehemmt.

3. Bodenwühler:  Die Bodenwühler sorgen für eine biogene Durchmischung des Bodens. Dadurch wird auch organische Substanz in tiefere Lagen verfrachtet. Durch sie entstehen die sogenannten Krotowinen, die hellen und dunklen Flecken am Übergang vom humosen zum mineralischen Boden. Dies sind ehemalige Grabgänge neu verfüllt.

4. Kalkhaltiges Ausgangssubstrat (z.B. Löss):  Kalkhaltiges Ausgangssubstrat bietet dauerhaft eine gute Nährstoffversorgung der Vegetation und der Mikroorganismen. Der pH-Wert sinkt nicht ab, was die mikrobielle Aktivität mindern würde. Es ist ausreichend Calcium vorhanden.

Schwarzerden sind für die Landwirtschaft sehr wertvolle Böden. Doch fehlt oftmals das Wasser für optimalen Pflanzenwuchs. Wenn diese Böden bewässert werden, gibt es keinen natürlichen Boden der fruchtbarer ist. Durch die Bewässerung degradieren diese Böden, d.h. sie verändern sich. Durch die Bewässerung werden die Lebensbedingungen für die Mikroorganismen verbessert und die organische Substanz wird schneller mineralisiert. Außerdem finden Stoffverlagerungen statt (Tonverlagerungen) was zu einer veränderten Bodenstruktur und letztlich zu einem anderen Bodentypen führen kann.

Horizontabfolge [nach KA5]: Axh/Axh+lC(c)/C(c)

WRB-Klassifikation: Chernozem

tschernosem

Kalktschernosem

Ap: 0-30 cm

Axh: 31-48 cm

elC+Axh: 49-70 cm

elCc: 71-96 cm