Watt

Abteilung Semisubhydrische und Subhydrische Böden

Klasse Semisubhydrische Böden

 

Bodentyp: Watt

Im Verzahnungsbereich zwischen Atmosphäre und Hydrosphäre befindet sich ein besonderer Bodentyp, das Watt. Seine Entstehung ist durch regelmäßige Meer-, Fluss- oder Brackwasserüberflutungen geprägt, welche ständig Sedimente und Nährstoffe nachliefern. Das Watt, großflächig auch als Wattenmeer bezeichnet, stellt den anfänglichen Bodentyp in der Bodenentwicklungsreihe der Marschen dar.

Wegen der Massenbewegungen durch den Tidenhub ist die Vegetation dieses Bodens spärlich ausgebildet. Beständige Nachlieferung von Sedimenten sowie leicht abbaubarer organischer Substanz, die einen hohen Anteil an Eiweißen und damit Schwefel hat, sind die Ursache für die scharf abgrenzbaren Horizonte Fo (hell, beige) und Fr (dunkel, grau-schwarz). Durch zerschlagene Zellinhaltsstoffe, die leicht umsetzbar sind, und das Fehlen von Lignin, Wachsen und Gerbstoffen, die schwer umsetzbar wären bzw. die Aktivität von Mikroorganismen hemmten, sind die Mikroorganismen hier äußerst aktiv. Sie sorgen in den unteren Bereichen des Watts innerhalb weniger Stunden dafür, dass der gesamt Sauerstoff aufgebraucht und reduzierende Bedingungen vorherrschen. Nun übernehmen anaerob lebende Mikroorganismen den weiteren Umsatz der organischen Substanz. Eisenhydroxid (FeOOH) und Sulfat (SO4), beide oxidiert, werden zu Eisensulfid (FeS) und Schwefelwasserstoff (H2S) sowie Wasser (H2O) umgewandelt. Wegen des nun hohen Anteils an Eisensulfiden ist der Boden dunkel-schwarz-grau gefärbt und riecht durch die Freisetzung des Schwefelwasserstoffs nach faulen Eiern. Eisensulfid oxidiert durch erneuten Luftzutritt, bedingt z. B. durch die Sauerstoffbeförderung des Quellers in den Wurzelbereich, wieder zu Eisenhydroxid und schwefliger Säure (H2SO3) bzw. Schwefelsäure (H2SO4). Diese Reduktions- und Oxidationsprozesse des Schwefels nennt man auch Schwefeldynamik und beschriebt einen grundlegenden Prozess in der Entwicklung vom Watt zu den Marschen.

Horizontabfolge (nach KA5): (z)(e)Fo/(z)(e)Fr

WRB-Klassifikation: Fluvisol

Watt

Watt

Fo: 0-0,5 cm

Fr: 0,6-10+ cm